Tipps 06.12.09
Damit das was mir passiert ist nicht auch noch anderen passiert, stelle ich hier Tipps ein, die beim Hausbau und beim Umgang mit Firmen helfen sollen. Diese Tipps beruhen auf den Erfahrungen, die ich oder Andere gemacht haben.
Wenn Baustoffe geliefert werden und Ihr die Möglichkeit habt, dies zu kontrollieren, dann nutzt diese Möglichkeit. Kein Mensch weiss, welche Kunkeleien der Bauunternehmer mit dem Baumateriallieferanten noch nebenbei betreibt. Das Material, das Ihr zahlt sollte auch auf der Baustelle bleiben und nicht dazu dienen, Fehlbestände beim Unternehmen auszugleichen. Ist bei der Lieferung schon abzusehen, dass es zuviel Material ist, dann am besten gleich mit dem Lieferanten einen Termin zur Abholung ausmachen. Allerdings darauf achten, dass zuviel vorhandenes Material nicht ausgepackt wird. Dachziegel werden z.B. nur vom Hersteller wieder abgeholt wenn sie in der Originalverpackung vorliegen.
Wir haben übrigend noch rund 900 Ziegel, welche Herr Khamyod zuviel bestellt hat und Herr Huber von seinen rumänischen Handlangern auspacken ließ. Diese sind noch neu. Falls jemand Bedarf hat kann man Kontakt aufnehmen, über den Preis muss man bei Bedarf einfach mal reden.
Versucht, immer einen Foto mit auf der Baustelle dabei zu haben. Murks sofort dokumentieren, so dass man hinterher alles mit Bildern elegen kann. Und den “Chef” auf der Baustelle immer gleich davon in Kenntnis setzen, wenn man mit der Ausführung einer Arbeit nicht einverstanden ist. Ihr müßt als Bauherren immer daran denken, dass Ihr der Chef auf der Baustelle seid, denn von euerem Geld als Bauherr leben die Leute die da arbeiten. Die hängen von euch ab und nicht umgekehrt. Eine Firma die damit ein Problem hat outet sich als nicht seriös.
Bitte nehmt euch die Zeit, die Arbeiten auf der Baustelle zu überwachen. Notfalls während der Bauphase Urlaub nehmen um das Ganze zu beoachten. Es wird nirgendwo soviel gepfuscht wie auf Baustellen, auf denen der Bauherr nicht anwesend ist. Wenn Ihr den Eindruck habt dass gepfuscht wird, dann gleich einschreiten und den Vorarbeiter oder wie der sich auf der jeweiligen Baustelle auch immer nennen mag, darauf aufmerksam machen und sagen dass ihr damit nicht einverstanden seit. Hilfreich ist es auch, wenn man ab und an mal einen richtigen Fachmann die Baustelle begutachten läßt. Wenn man keinen in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis hat, dann lohnt es sich auch, jemanden zu holen der Geld dafür verlangt. Aber man muss jemanden finden, dem man auch vertrauen kann.
Man sollte sich einen Architekten suchen, der vom Ort ist, damit er die Möglihkeit hat, auch mal auf der Baustelle vorbeizukommen. Bei uns war die Architektenleistung im Preis mit inbegriffen, deshalb hat der Bauunternehmer, also Khamyod den Architekten beauftragt. Der hatte sein Büro dann weit weg von der Baustelle. Der Architekt war zwar gut, an seiner Arbeit ist nicht das geringste auszusetzen. Aber wenn er vor Ort ist kann man bei Problemen mit ihm zusammen den Bau begutachten.
Ein wichtiger Grundsatz sollte sein, dass niemals etwas im Voraus bezahlt wird. Ich habe diesen Fehler teuer bezahlen müssen. Wenn der Bauunternehmer jammert, dass er eine Vorausbezahlung braucht um Material bestellen zu können, sollte man darauf bestehen, das Material selbst direkt beim Lieferanten zu bezahlen. So kann vermieden werden, dass der Unternehmer das Geld einsteckt und es somit weg ist. Natürlich muss das dann schriftlich festgehalten und vom Bauunternehmer abgezeichnet werden. Ist der damit nicht einverstanden sollte an seiner Seriösität gezweifelt werden.
Ich würde mir, wenn ich noch einmal mit einer Baufirma zusammenarbeiten würde, schriftlich bestätigen lassen, dass die auf der Baustelle beschäftigten Arbeiter auch ordnungsgemäß bei der Berufsgenossenschaft angemeldet sind. Sind sie das nicht, und es passiert etwas, dann ist der Bauherr in jedem Fall mit in der Haftung. Ist die Firma, bzw. der Unternehmer nicht bereit, dies zu bestätigen, so kann man davon ausgehen, dass die Beschäftigten nicht angemeldet sind. Dann liegt allerdings auch der Verdacht der Schwarzarbeit auch nicht mehr sehr fern.
Ich habe Herrn Kamm J. im nachhinein noch bei den Sozialversicherungsträgern angezeigt, da ich dann davon ausgehen musste, dass die Arbeiter sowohl des ersten Bautrupps aus Baden Baden, wie auch die des zweiten Trupps aus Österreich nicht angemeldet waren.
Man sollte irgendwelche Unterlagen, Zertifikate oder Bestätigungen, die einem vom Unternehmer gezeigt werden genau angucken. Wenn man die Möglichkeit hat, diese zu kopieren, dann sollte man dies in Betracht ziehen, um die Richtigkeit der Papiere bei der zuständigen IHK prüfen zu lassen. Mir hat der Herr Kamm J. einen Ordner vorgelegt, mit dem ich natürlich als Laie nicht viel anfangen konnte.
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